Fußball: SV Lörzenbach und SG Wald-Michelbach fiebern dem heutigen Kreispokalfinale entgegen / Interview mit den Trainern Marcel Hanstein und Marco Flick

Fürth. Bevor im Fußballkreis Bergstraße die Relegationsspiele starten, steht am heutigen Mittwochabend mit dem Kreispokalfinale ein weiterer Saisonhöhepunkt auf dem Programm. Erstmals seit langer Zeit treffen hier zwei Odenwälder Mannschaften aufeinander: A-Ligist SV Lörzenbach und Kreisoberligist SG Wald-Michelbach, die beide zusammen fünf Gruppenligisten aus dem Weg geräumt haben. Unsere Sportredaktion unterhielt sich mit den beiden Trainern Marco Flick (SGW) und Marcel Hanstein (SVL).

Was bedeutet es für Ihre Mannschaft und den Verein, das Finale erreicht zu haben?

Flick: Der Einzug ins Pokalfinale ist für uns ein richtig großer Erfolg. Wir konnten auf dem Weg dorthin zwei Gruppenligisten ausschalten und so auch eine Menge Selbstvertrauen für die Saison tanken. Für die Mannschaft und den Verein bedeutet das natürlich, dass Gegner uns schon anders wahrnehmen. Die parallel dazu gespielte gute Saison zeigt darüber hinaus, dass diese kein Zufall war, sondern gute Arbeit aller Beteiligten. Es gilt nun, diesen Weg weiter zu gehen. Meines Wissens ist dies für die SG Wald-Michelbach die erste Endspielteilnahme im Pokal und somit natürlich etwas Besonderes für Spieler, Trainer und Verein. Hier freut sich jeder riesig über den Finaleinzug.
Hanstein: Für meine Mannschaft, für mich und den gesamten Verein ist es natürlich etwas extrem Besonderes. Als ganz junger A-Ligist in solch einem Finale zu stehen, das wird jeder wahrscheinlich nur einmal erleben. Der komplette Verein fiebert diesem Spiel entgegen. Auch in der Mannschaft ist das Finale permanent ein Thema und alle freuen sich auf dieses besondere Spiel. Für mich persönlich ist es natürlich auch ein ganz besonderes Finale, denn der Gegner ist für mich auch etwas Spezielles. Ich habe dort über 20 tolle Jahre als Spieler, Co-Trainer und Trainer verbracht. Es wäre schon ein überragender Abschluss, wenn wir auch den letzten Schritt noch gehen könnten und diesen Pokal ins fußballverrückte Lörzenbach holen könnten. Die bisherigen vier Endspiele gingen leider verloren.

Wo sehen Sie die Stärken des Gegners?

Flick: Der SV Lörzenbach hat eine sehr starke Mannschaft, auch wenn diese Saison zwischenzeitlich wahrscheinlich nicht ganz nach der Vorstellung der Verantwortlichen verlief. Ich sehe die Stärken dort im Offensivbereich, da ist der SVL schwer auszurechnen. Da werden wir sehen müssen, dass wir bei einigen Spielern die Kontrolle behalten. Alleine die Tatsache, dass der Gegner drei Gruppenligisten aus dem Wettbewerb geworfen und dabei auch Rückstände aufgeholt hat, zeigt auch den Willen dieser Truppe.
Hanstein: Wald-Michelbach verfügt über eine sehr eingespielte und erfahrene Mannschaft. Viele Spieler waren schon zu meiner Trainertätigkeit dort aktiv. Dazu haben sie sich im Sommer sehr gut verstärkt. Sie haben mit gestandenen Verbandsligaspielern und jungen Talenten den sehr guten Kader noch einmal verbessert. Leider hatten sie auch viele Ausfälle zu beklagen. Sie verfügen gerade in der Offensive über sehr viel Geschwindigkeit und sind sehr torgefährlich. Auch bei Standardsituationen sind sie sehr gefährlich. In puncto Erfahrung sind sie uns natürlich auch ein paar Jahre voraus.

Wie werden Sie darauf reagieren?

Flick: Wir werden einfach unser gewohntes Spiel durchziehen. Ich wehre mich dagegen, mich besonders auf einen Gegner einzustellen. Das haben wir während der ganzen Saison nicht getan und werden es auch im Endspiel des Pokals nicht tun. Einige Dinge, die den Gegner betreffen, gilt es anzusprechen und das werde ich meinen Spielern in gewohnter Manier vor dem Spiel mitteilen. Diese Dinge werden wir beachten und dann sollten wir die Partie in den Griff bekommen können. Ansonsten ist es so, dass der SV Lörzenbach wie gesagt eine starke Offensivabteilung besitzt, wir haben aber auch sehr gute Defensivspieler in unseren Reihen. Ich denke, wir werden im Spiel Antworten parat haben.
Hanstein: Wir werden versuchen müssen, die sehr gute Offensive der SG aus dem Spiel zu nehmen. Des Weiteren brauchen wir allerdings auch das Vertrauen in unsere Fähigkeiten und müssen uns auch einiges zutrauen, um erfolgreich zu sein. Standards müssen wir möglichst vermeiden, und wenn es welche gibt, müssen wir diese mit absoluter Konsequenz verteidigen.

Was für ein Spiel erwarten Sie heute  Abend?

Flick: Ich erwarte ein hart umkämpftes und enges Finale. Die Tatsache, dass wir eine Klasse höher zu Hause sind, wird da keine Rolle spielen. Das haben die vergangenen Pokalrunden eindeutig gezeigt. Es ist nur ein Spiel und jeder eingesetzte Spieler wird an seine Grenzen gehen, um den Pott zu holen. Das gilt für den SV Lörzenbach, aber genauso auch für uns. Ich erwarte eine ganz enge Begegnung auf Augenhöhe. Tatsache ist, dass wir uns darauf freuen und das ist das Wichtigste, dass es einem gelingt, ohne Angst oder Respekt in das Finale zu gehen. Es muss jedem Spieler Spaß machen, dabei zu sein. Keiner darf Angst vor möglichen Fehlern haben. Dann klappt es auch mit dem Gewinnen. Wir werden mit dem gebotenen Respekt in dieses Endspiel gehen, aber dann auch versuchen, gnadenlos unsere Linie durchzubringen.
Hanstein: Ich hoffe natürlich, dass es meiner Mannschaft gelingt, an die bisherigen Auftritte im Pokal anzuknüpfen. Wir wollen das Spiel, in das wir wieder als Außenseiter gehen, offen gestalten. Wir werden noch einmal alles abrufen müssen, um diese sehr gute Mannschaft vor Probleme zu stellen. Wir müssen eine sehr geschlossene Leistung abrufen und brauchen sehr viel Konsequenz sowohl in der Arbeit gegen den Ball als auch im Spiel nach vorn. Insgesamt erwarte ich ein sehr offensives Spiel. Es wird die Mannschaft gewinnen, die die bessere Defensivarbeit verrichtet. jün

Das Spiel findet ab 20 Uhr auf dem Kunstrasenplatz in Fürth statt. Um 18 Uhr tritt die C-Jugend der JSG Lörzenbach/Mitlechtern gegen den SV Sandhausen an. Vor dem Finale gibt es Interviews unter anderem mit den deutschen Top-Ringern Pascal Eisele und Peter Oehlert sowie Kreisfußballwart Reiner Held.

Quelle: Odenwälder Zeitung vom 29. Mai 2019